Wohnen muss bezahlbar sein

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt allgemein und in Großkrotzenburg ist verheerend. Bezahlbarer Wohnraum fehlt im gesamten Ballungsraum Rhein-Main, zu dem Großkrotzenburg Dank der sehr guten Verkehrsanbindung zählt. Die SPD Großkrotzenburg sieht hier dringenden Handlungsbedarf.

 

Eine wichtige Handlungsoption ist die Ausweisung des neuen Baugebiets Melmensee. Mit dem ausstehenden Bebauungsplan ist die Aufteilung in Einzelhäuser, Mehrfamilienhäuser usw. festzusetzen. Diese Gelegenheit soll genutzt werden, wenn es nach langer Wartezeit endlich zur Aufstellung des Bebauungsplans kommt.

 

„Wir setzen uns dafür ein, dass ein großer Teil des neuen Wohnraums preisgünstige Mehrfamilienhäuser sind“, so Sven Hinterschuster, stellvertretender Vorsitzender der SPD Großkrotzenburg. Damit sollen die notwendigen Handlungswege beschritten werden, mit Mehrfamilienhäusern auch das Angebot an Mietwohnungen zu vergrößern und damit den Preisdruck ein wenig zu vermindern.

 

Es ist zu prüfen, ob Fördermittel des Main-Kinzig-Kreises, des Landes Hessen und des Bundes beantragt werden können, um die Bereitstellung von preisgünstigem Wohnraum sicherzustellen. Insbesondere begrüßt die SPD Großkrotzenburg die Initiative von Landrat Thorsten Stolz und der SPD Main-Kinzig, eine kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft zu gründen. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis in den Kommunen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und langfristig zu sichern.

 

Auch wenn Verkäufe von Baugrund und die Errichtung von Mehrfamilienhäusern dem jeweiligen Eigentumsrecht unterliegen, sehen wir Möglichkeiten, hier helfend einwirken zu können, so die SPD.

 

Das gilt gleichfalls für die Wohnungen im Sozialwohnungsbau, sei es durch staatlich reglementierte Wohnungsbaugesellschaften oder auch im Eigentum der Gemeinde.

 

„Wir setzen uns dafür ein, dass Wohnraum insbesondere dort erhalten wird, wo Menschen auf bezahlbare Wohnungen in Großkrotzenburg angewiesen sind“, so der stellvertretende SPD Vorsitzende Sven Hinterschuster. Dazu zählen die Wohnungen der Baugenossenschaft Steinheim am Main, der Nassauischen Heimstätte und die Seniorenwohnanlagen I und II in Bahnhofstraße und am Dammsweg.

 

„Insbesondere die beiden Seniorenwohnanlagen dürfen nicht zum Spekulationsobjekt privater Investoren werden. Die dort wohnenden Menschen gehören nicht zur finanziellen Upper-Class, so dass die erzielbaren Mietpreise angemessen und sozial verträglich bleiben müssen. Sollte sich hier die Gemeinde aus ihrer sozialen Verpflichtung stehlen wollen, weil sie selbst die Gebäude über Jahrzehnte hinweg eher schlecht unterhalten und bestehende Mängel nicht beseitigt hat, wird die SPD dem entschieden entgegenwirken,“ betonen Karl Pitterling und Uwe Bretthauer.

 

Beispielsweise bietet sich das frühere Posthotel an, vorhandenen Wohnraum zu erhalten, auch wenn die Eigentumsverhältnisse schwierig sind. „Die Umgestaltung des alten Posthotels zu bezahlbarem Wohnraum durch einen privaten Investor wäre sehr wünschenswert, auch, um kostengünstig die hier lebenden Flüchtlinge unterzubringen“, erklärt Vorstandsmitglied Mustafa Sözen. Auf diese Weise könnte sich die Gemeinde Großkrotzenburg den Bau eines eigenen Gebäudes ersparen, der mit Kosten in Millionenhöhe verbunden wäre.

 

Einen erheblichen Kostenfaktor beim Wohnen stellen auch die sehr stark gestiegenen Heizkosten dar. Bereits seit Jahren ist eine explodierende Bepreisung des CO²-Ausstoßes in Diskussion, auf die sich die europäischen Regierungen nicht einigen konnten. Dabei war gerade dieses Thema jedoch vor Jahren Anlass, über eine eigene Fernwärmeerzeugung mit modernster Technik nachzudenken und sich dafür einen passenden Partner zu suchen. Im Nachhinein ist die Bilanz dieses Vorgehens jedoch wenig vorzeigbar. Der bisherige Fernwärmelieferant kassierte laut Wikipedia eine Abfindung in mittlerer zweistelligen Millionenhöhe, um den Block V, aus dem früher die Fernwärme ausgekoppelt wurde, vorzeitig zu schließen und die Gemeindewerke schauten in die Röhre. Der ausgesuchte Partner für das an sich innovative neue Fernwärmeprojekt erwies sich technisch wie auch partnerschaftlich als wenig geeignet. Gut, dass jetzt mit den Stadtwerken Hanau ein Wärmelieferant nach zähen Verhandlungen gefunden wurde. Allerdings sind die erreichbaren Fernwärmepreise bundesweit erheblich von den früheren Preisen entfernt.

 

Ein weiteres Damoklesschwert für den Wohnungsmarkt ist der von der Deutschen Bahn (DB) angekündigte viergleisige Gleisausbau. Derzeitige Planskizzen der DB sehen einen deutlichen Einschnitt in die Wohnbebauung entlang der Bahntrasse vor. Inhaltliche Fragen der Gemeinde wurden von der DB damit abgetan, dass man „soweit noch nicht sei, diese zu beantworten“. Umgekehrt wurde der Gemeinde jedoch bereits mitgeteilt, dass die Gespräche mit dem für die Landesstraßen zuständigen Bereich Hessen mobil bereits abschließend erledigt seien.

 

Deshalb muss nach dem Willen der SPD Großkrotzenburg seitens der Gemeinde frühzeitig gegenüber der Deutschen Bahn klargestellt werden, dass durch ihren Gleisausbau kein Wohnraum in Großkrotzenburg verdrängt werden darf.